September 14

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Von Christina

September 14, 2021

Christina Teuthorn-Mohr, Gesprächsführung, Interview, Medienauftritt, Persönlich, Podcast, Radio, Storytelling

Normalerweise mache ich als Medientrainerin andere Menschen fit für ihren großen Auftritt vor dem Mikrophon oder der Kamera - oder ich interviewe als Journalistin selbst spannende Persönlichkeiten. Jetzt gab es für mich eine Premiere: Thorsten Otto hat mich als Gast in seine Radiosendung "Die Blaue Couch" bei Bayern1 eingeladen. Was für eine Freude!

Die Blaue Couch ist eine meiner Lieblings-Radioshows: 30 Minuten nimmt sich Thorsten Otto Zeit für sehr persönliche, herzliche Gespräche mit seinen Gästen. Und ich habe jetzt selbst mal angewendet, was ich sonst anderen beibringe: Authentisches Storytelling. Ob es gelungen ist?

Höre selbst 😄😄(klicke dafür einfach auf das Bild oder hier auf den Podcast-Link).

Erst wollten wir das Gespräch virtuell aufnehmen, doch dann habe ich mich entschlossen, doch live ins Bayern1-Studio nach München zu kommen. Das war trotz Corona-Situation möglich: Mit einer großen Plexiglas-Scheibe im Studio. Auf dem Studio-Tisch liegen auch noch meine Mitbringsel: Eine Packung Quesadillas (leckere Käsekuchen aus El Hierro), blau verpackt, wie das Bayern1-Branding, und eine Riesen-Maracuja aus meinem Garten.

Blaue Couch 1080 Christina Teuthorn-Mohr

Und das ist der Kurz-Lebenslauf, den Thorsten für mich geschrieben hat:

Lebenslauf Blaue Couch Christina Teuthorn-Mohr

Was davon stimmt? Kannst Du hier nachhören:

Das Gespräch hat unerwartet viel Spaß gemacht. Ich habe noch nie so viel ins Mikrophon gelacht. Und es war unglaublich schön, mal wieder in einem Radio-Studio zu sitzen. Früher habe ich ja viele Jahre lang beim BR verschiedene politische Hörfunksendungen moderiert: So ein Radiostudio ist daher auch ein bisschen wie ein Home-Run.

Trotzdem habe ich viel erzählt, was ich noch nie öffentlich gesagt habe.
Neugierig geworden? Dann klicke einfach hier oder oben auf den Podcast-Pfeil.


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Kommunikations- und Medientraining mit Christina Teuthorn-Mohr
Screenshot Thorsten Otto Facebook Post Christina Teuthorn-Mohr


Transkript des Gesprächs von Thorsten Otto mit Christina Teuthorn-Mohr auf der Blauen Couch:

(Um das Gespräch auf der Webseite des Bayerischen Rundfunks anzuhören, klicke hier.) 

[00:00:02.040] - Bayern 1 Jingle

Die blaue Couch, mehr gute Gespräche im Bayern1 Podcast und hier ist Thorsten Otto.

[00:00:13.830] - Thorsten Otto

Christina Ich freue mich sehr: Herzlich willkommen auf der Blauen Couch!

[00:00:16.320] - Christina Teuthorn-Mohr

Sehr gerne, ich bin sehr gerne hier.

[00:00:18.150] - Thorsten Otto

Es ist schön, dich mal wieder zu sehen.

[00:00:19.770] - Christina Teuthorn-Mohr

Absolut.

[00:00:20.520] - Thorsten Otto

Es ist lange her, Mensch, du warst ja Kollegin hier im Funkhaus. Du warst in der Politik Redaktion tätig, und dann warst du auf einmal weg. Und das nächste, was ich dann gehört, gelesen habe ist, dass du auf die Kanaren ausgewandert bist nach El Hierro. Und ich habe mir gedacht: Wow, die macht das, wovon viele träumen. Wie mutig bist du?

[00:00:38.760] - Christina Teuthorn-Mohr

Ja, ich glaube schon, ganz schön mutig. Und manchmal ist es auch ganz gut, am Anfang nicht zu wissen, was einem dann noch alles widerfahren wird.

[00:00:45.330] - Thorsten Otto

Es ist ja nicht so, dass du weg bist, dass du aus der Welt bist. Du bist ja weiterhin auch Kollegin, berichtest ja auch für den BR zum Teil noch von den Kanaren, bist aber ansonsten als Coachin tätig, dort auf El Hierro und natürlich auch online. Und du bist vor allem Bio-Bäuerin.

[00:00:59.490] - Christina Teuthorn-Mohr

Genau

[00:01:00.140] - Thorsten Otto

Kann man das so sagen?

[00:01:01.290] - Christina Teuthorn-Mohr

Ja, kann man so sagen.

[00:01:02.240] - Thorsten Otto

Ja, was heißt es genau? Was treibst du da?

[00:01:04.800] - Christina Teuthorn-Mohr

Bio-Bäuerin heißt, dass ich ein ganz wildes Stück Land gekauft habe. Da war kaum was drauf, und ich habe das dann in einen Paradiesgarten, in eine Oase quasi verwandelt. Und ich habe dir mal hier mitgebracht heute eine riesen Maracuja, die wachsen inzwischen bei mir.

[00:01:18.990]

Wow, das ist echt ein Riesenteil und die baust du selbst an?

[00:01:21.570] - Christina Teuthorn-Mohr

Ja, die baue ich selbst an! Ja. Für mich war das so ein ganz, ganz großer Wunsch, auf eine Weise zu leben, wirklich wie ich leben möchte. Und ich wollte leben in einem Stück Land, was wirklich wie ein Paradiesgarten ist, wo du wie durch einen hängenden Garten gehen kannst. Und da ist gerade eine Papaya reif, da ist eine Banane reif, da ist eine Erdbeer-Guave reif, und du pflückt es dir so von den Bäumen und wandelst so durch die blühenden Landschaften.

[00:01:47.700] - Thorsten Otto

Jetzt waren ja viele von uns schon mal auf den Kanaren, aber wahlweise auf Gran Canaria, wahrscheinlich Fuerteventura, Lanzarote, vielleicht Teneriffa, aber El Hierro kennen ja die wenigsten. Beschreib doch mal, wie es da aussieht. Was das für eine Insel ist, ist die ist ja relativ klein.

[00:02:00.690] - Christina Teuthorn-Mohr

Genau die ist ganz klein, es ist die südwestlich Kanaren-Insel mitten im Atlantik. Die ist geformt wie ein Herz, hat also eine Herzform, und ich wohne quasi am rechten oberen Herzflügel. Und sie ist Biosphärenreservat, diese Insel und größte Teile stehen unter Naturschutz, und man sagt das ist die Insel, wo auf engstem Raum die meisten Klimazonen sind. Das heißt, du findest alles von vulkanischer Mondlandschaft hin zu Urwald, Dschungel, Agrarland wie in den Alpen, also alles was das Herz begehrt, Strände. Nur was du nicht findest, das ist so der typische Massentourismus, also so große, breite Sandstrände mit dicken Hotels. Das gibt es da nicht.

[00:02:39.720] - Thorsten Otto

Und du wohnst da, habe ich mir sagen lassen, direkt am Meer. Steilküste.

[00:02:44.910] - Christina Teuthorn-Mohr

Ja, wirklich Paradies. Ich sehe die Sonne im Meer aufgehen. Ich sehe die Sonne im Meer untergehen, wir haben einen 180 Grad Meerblick. Man sieht nichts außer wilder Landschaft, und es ist eine aktive Vulkaninsel. Also du kriegst ein Rumpeln mit und es ist wirklich so Erde im Entstehen dort.

[00:02:59.280] - Thorsten Otto

Du lebst ja nur mit deinem Mann.

[00:03:01.110] - Christina Teuthorn-Mohr

Mit meinem Mann und so diversen Tieren.

[00:03:04.770] - Thorsten Otto

Was heißt diverse Tiere?

[00:03:06.390] - Christina Teuthorn-Mohr

Ein Wolfshund, zwei Katzen, drei Enten, Hühner sind elf Hühner, Klauen, Bienen und neuerdings haben wir Monarch-Schmetterlinge, die habe ich angesiedelt. Das sind so ganz schöne, bunte Schmetterlinge. Und wir sind in den Zeiten der Corona-Krise schon so eine Art Auffangbecken geworden für Familie, für Freunde. Und im Moment lebt unser Stiefsohn mit uns. Und immer mal wieder kommen Freunde, Familie. Unsere Enkelkinder waren da.

[00:03:33.150] - Thorsten Otto

Das heißt, Ihr habt da richtig Platz.

[00:03:34.230] - Christina Teuthorn-Mohr

Inzwischen haben wir richtig Platz dort.

[00:03:36.270] - Thorsten Otto

Beschreib doch noch ein bisschen, damit wir uns das noch besser vorstellen. Wie riecht es da?

[00:03:39.780] - Christina Teuthorn-Mohr

Du riechst einen Geruch von einer Pflanze, die heißt Moll. Das ist Wermut, und das ist eine ganz würziger Duft. Und du hast immer den heran rollenden Atlantik und du hast so eine salzige Luft, diesen Moll, und ich habe ganz viele Kräuter mittlerweile angebaut, also Rosmarin, Lavendel, alles mögliche und natürlich auch ja, wenn wenn was reif ist, riechst du das auch. Und es ist wirklich so ein Ort: du bist da, du kommst da hin und atmest so durch und schaust auf diese unendliche Weite gegenüber, also auf den Atlantik, der heran rollt. Und das ist für mich was ganz besonderes, weil es dich so in Kontakt bringt mit deiner eigenen inneren Tiefe. Also es ist was, wo dein ganzes System entspannt und sich wieder zentriert.

[00:04:24.690] - Thorsten Otto

Weißt du, was du jetzt erreichst damit?

[00:04:27.030] - Christina Teuthorn-Mohr

Keine Ahnung 😁

[00:04:30.100] - Thorsten Otto

Das wir alle dahin wollen, zumindest mal sehen wollen. Und du hast es ja auch selbst gebaut.

[00:04:33.180] - Christina Teuthorn-Mohr

Ich habs selbst gebaut. Also als ich da hingekommen bin, war da nur so ein kleines winziges Stein-Häuschen, also so eine Ruine, und alle Menschen haben mir gesagt: Du bist verrückt, also du bist verrückt. Was willst du in so einem wilden Steilhang? Was willst du da? Und jetzt, wo dieser Paradiesgarten, das Häuschen, alles so steht, sagen alle: Na klar, dass die Deutschen wieder den Riecher für die besten Ort hier hatten. Ich hatte einfach sofort eine Vision von dem Ort. Und ich habe immer gesehen, ich möchte, dass es so ein Herz-Ort ist, wo Menschen auch hinkommen können, auftanken können und dann wieder so in die Welt ausschwärmen.

[00:05:05.220] - Thorsten Otto

Also du coachst da auch, du hältst deine Coachings ab.

[00:05:07.230] - Christina Teuthorn-Mohr

Genau, ich coache da auch ausgewählte Leute. Es ist kein Massen-Coaching, sondern eben einzelne Menschen ...

[00:05:12.210] - Thorsten Otto

Für Managerinnen, Manager.

[00:05:13.250] - Christina Teuthorn-Mohr

Für Unternehmerinnen, Menschen in Lebenskrisen, die sich auch neu orientieren wollen, die aber beruflich schon erfolgreich sind. Also es ist jemand, der schon eine Power hat, aber was sinnvolleres in der Welt machen möchte. Und diese Umgebung hilft dir wirklich, dich so mit deinem eigenen inneren Feuer wieder zu verbinden. Deshalb nenne ich mein Coaching "Magma Coaching", also auf der Vulkaninsel ...

[00:05:35.046] - Thorsten Otto

Magma!

[00:05:36.680] - Christina Teuthorn-Mohr

Genau, das eigene Magma entdecken. Und dann geht es ganz stark darum auch: Wie kann ich das dann in der Kommunikation nach außen bringen, sodass es andere Menschen auch erreicht und ansteckt? Diese eigene Begeisterung, das eigene Feuer.

[00:05:49.100] - Thorsten Otto

Viele von uns haben Träume, manche haben sogar Visionen, aber die wenigsten trauen sich eben, das wirklich umzusetzen. Du hast das gemacht. Bist du denn jetzt ein zufriedenerer Mensch, als du es vorher war?

[00:05:59.280] - Christina Teuthorn-Mohr

Ja, ich bin zufriedener, absolut. Weil dieser Weg, für die eigenen Träume zu gehen, für diese Erfüllung zu gehen, das ist ein Weg - im Prinzip ist es wie eine Persönlichkeitsentwicklung, weil es dich immer mehr auf dich selbst zurückwirft als auf das, was dir wirklich wichtig ist, was wirklich wesentlich ist. Und oft rennt man ja so Träumen nach, dass man denkt, man muss noch was tun, um dann irgendwann eines Tages etwas zu erreichen

[00:06:21.500] - Thorsten Otto

und dann noch erfolgreicher werden, noch mehr Geld ...

[00:06:24.170] - Christina Teuthorn-Mohr

Genau, noch den Titel, noch den Job. Und wenn ich erst mal das bin, dann kann ich vielleicht was machen. Und ich habe einfach beschlossen, das umzudrehen und erst wirklich diese Lebensqualität zu haben und aus der heraus dann zu schauen: Was möchte ich dann noch kreieren? Und ich bin durch viele Krisen durchgegangen ...

[00:06:39.620] - Thorsten Otto

Ein langer Weg, wie das mit Visionen so ist ...

[00:06:42.770] - Christina Teuthorn-Mohr

Absoult, aber jetzt würde ich sagen ich bin wirklich da. Ich wach auf, ich bin total glücklich. Schau mein Mann an und wir schauen uns nur so an und sagen: Zwickt uns, ja es ist wahr, es ist wirklich so.

[00:06:53.300] - Thorsten Otto

Bist du komplett autark, also lebst du von dem, was ihr da anbaut, schlachtet ihr zum Beispiel selbst? Oder lebt ihr vegetarisch, vegan?

[00:07:00.080] - Christina Teuthorn-Mohr

Also wir leben großteils vegetarisch, aber nicht dogmatisch, und ab und an, das ist eben nicht nur so romantisch das Leben auf dem Lande, sondern ab und an muss man mal ein Huhn schlachten, durchaus, das kommt vor. Ganz autark sind wir nicht. Wir kaufen auch Sachen dazu. Aber wir leben immer mehr von unserem eigenen Gemüse, unserem eigenen Obst, schauen, dass wir möglichst wenig Abfall produzieren...

[00:07:20.960] - Thorsten Otto

Und es schmeckt wahrscheinlich auch alles viel besser, oder?

[00:07:23.010] - Christina Teuthorn-Mohr

Ja, man kann dann nicht mehr anders.

[00:07:24.500] - Thorsten Otto

Also solche Tomaten und solche Zitronen ...

[00:07:26.880] - Christina Teuthorn-Mohr

Ja, Tomaten sind ein bisschen schwierig, aber sagen wir mal Papaya, Bananen, das Gemüse, rote Beete ... Was haben wir gerade? Die ganzen Kräuter. Wir haben Mangold ohne Ende, der da wächst. Basilikum, Rote Beete, Sellerie, Brokkoli. Also einfach das ganze Gemüse wächst da natürlich. Und dann die exotischen Früchte.

[00:07:46.610] - Thorsten Otto

Also ich bin ein bisschen angefixt. Ich habe das vorher schon befürchtet, Christina, wenn du mir das hier oder uns das erzählst, hier auf der blauen Couch, das viele sagen werden, das ist natürlich toll, da hat die vieles richtig gemacht. Wir werden es gleich noch ausführlicher besprechen. Jetzt habe ich für dich einen Lebenslauf, den würd ich dir rüber reichen über diese Plexiglas-Scheibe, die uns trennt. Du liest ihn bitte so vor und sagst mir dann danach, was du davon hältst. Bitteschön.

[00:08:11.270] - Christina Teuthorn-Mohr

"Ich heiße Christina Teuthorn-Mohr und lebe in einem Paradies, das ich mir selbst gebaut habe. Als Journalistin und Sinnsucherin habe ich immer wieder Neues ausprobiert, bin ins Wasser gesprungen und habe so schwimmen gelernt."

[00:08:25.420] - Christina Teuthorn-Mohr

Das ist eine schöne Metapher. Ja, das mache ich gerne.

[00:08:28.160] - Christina Teuthorn-Mohr

"Auf diese Weise habe ich auch gelernt, dass das Glück nicht außen, sondern in uns liegt. Geprägt haben mich die mexikanischen Momente meiner Kindheit." Ja, kann man so sagen, meine Eltern, die waren in Mexiko und ich bin mit viel Mexiko aufgewachsen. "Die harte Schule in der Politik-Redaktion und das Leben auf einer kleinen Insel im Atlantik. Ich möchte möglichst viele Menschen inspirieren, sich selbst mehr zu trauen. Denn ich bin überzeugt: Jeder von uns hat ein Geschenk für die Welt, das nur ans Licht kommen muss." Ja, das habt ihr schön formuliert.

[00:08:58.880] - Thorsten Otto

Das sind ja zum Teil auch Zitate von dir. Zum Beispiel dieser letzte Satz: Jeder von uns hat ein Geschenk für die Welt, das nur ans Licht kommen muss. Was meinst du damit?

[00:09:07.070] - Christina Teuthorn-Mohr

Ich meine damit, dass wir genauso wie wir sind, was ganz Einzigartiges mitbringen. Und dass wir, so wie wir konditioniert sind, uns oft nicht trauen, das zu leben. Da sind wir wieder beim Mut. Aber so eine Stimme, die Sehnsucht, die wir alle haben, die ruft uns, die nagt so ein bisschen.

[00:09:25.590] - Thorsten Otto

Aber die hören wir oft nicht. Oder viele von uns hören die nicht.

[00:09:28.280] - Christina Teuthorn-Mohr

Ja, viele hören die nicht. Und viele merken nur, sie sind irgendwie unzufrieden. Vielleicht wollen sie weg, wollen irgendwas ändern und sind so auf der Suche. Und im Endeffekt liegt die Antwort nie im Außen. Die liegt immer im Innen. Und das ist die Arbeit, bei der ich andere sehr gerne unterstütze. Ist dieses in sich wieder dieses Licht entdecken und dieses "wofür bin ich eigentlich da?", "was erfüllt mich mit Sinn? Welchen Beitrag kann ich leisten?" Also das im Prinzip ist es wie so eine Zwiebel, wo man immer mehr wegnimmt und im Endeffekt wird es immer purer.

[00:10:00.290] - Thorsten Otto

Irgendwann entdeckst du den Wesenskern oder deinen Wesenskern. Das kann ich mir aber vorstellen, dass viele Bayern 1 Hörerinnen und Hörer sagen: Ja, das ist ja, in meinem Alltag mit meinen drei Kindern zu Hause und so weiter: Wie soll ich mich denn da mit sowas beschäftigen, was mein Wesenskern ist, wofür ich vielleicht noch mehr brennen könnte? Ich bin schon froh, wenn ich den Tag rumkriege. Was antwortest du denen.

[00:10:18.380] - Christina Teuthorn-Mohr

Kann ich total verstehen: dass dein Wesenskern ohnehin immer da ist. Der ist ja genau da, wo du jetzt bist. Und ich sag nicht: Leute, ihr müsst jetzt alle auswandern auf irgendwelche kleinen Inseln im Atlantik.

[00:10:29.120] - Thorsten Otto

Da wird es eng.

[00:10:29.930] - Christina Teuthorn-Mohr

Ich sage einfach nur: Da wo du jetzt gerade bist, kannst du dir eine Unterstützung nehmen. Wirklich jetzt in diesem Moment anzukommen. Und der Zugang zu deiner Essenz, wie du gesagt hast, der ist immer im Moment. Und natürlich hilft  so eine kurze Auszeit, eine Neuorientierung auf der Insel, die hilft sehr dabei, mit dieser Essenz in Kontakt zu kommen. Aber im Endeffekt gibt es ganz, ganz viele Schlüssel, kleine Zugänge, die immer im aktuellen Moment sind. Einen anderen gibt es nicht.

[00:10:58.730] - Thorsten Otto

Jetzt wollen wir noch mal gucken, wie du so geworden bist, Christina, wie du heute bist. Und geboren bist du in Saarbrücken, 29. März 75. Du warst da aber nicht lange, dann haben deine Eltern dich verschleppt nach Bayern.

[00:11:11.330] - Christina Teuthorn-Mohr

Genau, die haben mich verschleppt nach Erlangen.

[00:11:13.580] - Thorsten Otto

Nach Erlangen und dann nach Gilching, glaube ich, da bist du aufgewachsen.

[00:11:16.820] - Christina Teuthorn-Mohr

Genau, da bin ich aufgewachsen.

[00:11:17.660] - Thorsten Otto

Die Mama Hausfrau, der Papa Manager in einem großen Konzern. Und du hast gesagt im Vorgespräch: Dein Welterklärer.

[00:11:24.200] - Christina Teuthorn-Mohr

Ja, ich bin so aufgewachsen, dass mein Vater uns die Welt erklärt hat, wie sie ist.

[00:11:31.610] - Thorsten Otto

Wie er sie sieht.

[00:11:32.300] - Christina Teuthorn-Mohr

Wie er sie sieht. Genau! Siehst du, wie schon meine Sprache, wie ich da nochmanchmal in die Falle gerate. Also wie er sie sieht. Und es ist natürlich eine angelesene Welt auch, eine Welt aus Büchern, aus Zeitschriften und so weiter und aus seiner Lebenserfahrung. Und da das Eigene zu entwickeln, sich zu trauen, den eigenen Weg und das eigene Gefühl für die Welt, dem zu vertrauen, das war gar nicht so ganz leicht.

[00:11:58.400] - Thorsten Otto

Also ich kann mir vorstellen, wie dein Vater so ist, obwohl ich ihm nicht kenne, weil ich, glaube ich, da so ein bisschen ähnlich bin. Ich erkläre meinen Kindern auch sehr gerne in Welt, weil der Otto weiß das ja aus seiner langjährigen Lebenserfahrung. Denke mir manchmal, eigentlich weißt du nichts. Wie ist das denn heute, wenn du mit ihm darüber redest, wie das damals war? Er besucht dich ja immer wieder auch auf El Hierro, schreibt da glaube ich sogar auch Bücher zum Teil, wie sieht er das heute?

[00:12:21.360] - Christina Teuthorn-Mohr

Also es hat ganz viel Versöhnliches stattgefunden. Also unsere Beziehung war nicht immer leicht. Ja, er schreibt unter einem Pseudonym und greift viel aus unserem Leben auch auf. Und es hat was sehr wertschätzendes. Und er hat dann in einem Buch mir dann mal als Widmung rein geschrieben, hat er irgendwie geschrieben, nicht als Widmung, also im Buch hat er das geschrieben, das er, als er das erste Mal zu uns gekommen ist. Dann hat er immer nur gesagt: Ach, du bist verrückt, du bist verrückt.

[00:12:51.680] - Thorsten Otto

Weil du ausgewandert bist und nach El Hierro gegangen bist.

[00:12:53.330] - Christina Teuthorn-Mohr

 Weil er es nicht fassen konnte, weil er wahrscheinlich auch ein bisschen Angst hatte, was ich da tue, ob das gut geht? Und dann hat er eben geschrieben. Im Endeffekt hat meine Tochter den Traum verwirklicht, den ich mich nicht getraut habe zu verwirklichen.

[00:13:06.800] - Thorsten Otto

Wow

[00:13:06.800]

Dann sind mir natürlich die Tränchen in die Augen gekullert, als ich das gelesen habe.

[00:13:11.210] - Thorsten Otto

Tolles Kompliment!

[00:13:12.130] - Christina Teuthorn-Mohr

Ja, ich bin so dankbar, dass wir dieses versöhnende Miteinander jetzt haben. Ich habe auch deine Begegnung mit deinem leiblichen Vater gehört.

[00:13:20.810] - Thorsten Otto

Meinen Podcast.

[00:13:22.570] - Christina Teuthorn-Mohr

Genau. Und das hat was. Ich bin sehr dankbar, dass wir diese Zeitqualität miteinander erleben können. Er war jetzt auch gerade drei Monate da, und es ist schön, das erleben zu dürfen.

[00:13:31.340] - Thorsten Otto

Sehr emotionale Geschichte. Ich kann es gut nachvollziehen. Ich habe in den Lebenslauf reingeschrieben, dass die mexikanischen Momente deiner Kindheit prägend waren. Erläuter das mal ein bisschen, was ich damit meine.

[00:13:41.720] - Christina Teuthorn-Mohr

Genau, meine Eltern, die haben drei Jahre in Mexiko gelebt, bevor ich auf die Welt gekommen bin. Und es war für sie die glücklichste Zeit ihrer Beziehung. Und wir hatten dann mexikanische Götter als Wandteppiche bei uns rumhängen.

[00:13:52.580] - Thorsten Otto

Mexikanische Götter?

[00:13:53.580] - Christina Teuthorn-Mohr

Ja, einen Dios del Viento, einen Windhott. Der hing so im Flur, und dann immer sonntags, wenn es meinen Eltern gut ging, dann erklang bei uns mexikanische Feiermusik, Mariachis mit Trompeten und so, und sie haben sich gegenseitig Frühstück gemacht.

[00:14:04.970]

Aber jetzt nicht Rex Gildo oder so "Fiesta, Fiesta Mexikana"?

[00:14:07.790] - Christina Teuthorn-Mohr

Nee, nee, das waren schon mehrso die original mexikanischen Mariachis mit Trompeten und so. Und ja, ich bin eben damit aufgewachsen. Und  sie haben Spanisch als Geheimsprache gesprochen, wenn wir es nicht verstehen sollten als Kinder. Und das war für mich so ein Anreiz, irgendwie auch mit dieser spanischen, südamerikanischen Kultur in Kontakt zu kommen.

[00:14:24.950] - Thorsten Otto

Sprichst du heute richtig gut Spanisch?

[00:14:26.840] - Christina Teuthorn-Mohr

Ja.

[00:14:26.840] - Thorsten Otto

Musstest du ja. Ich meine, wenn man dann ein Haus kauft oder ein Grundstück kauft?

[00:14:29.960] - Christina Teuthorn-Mohr

Ja, wenn man es auch baut. Und ich träume auch teilweise manchmal auf Spanisch. Oder ich weiß, manche Wörter auch nur auf Spanisch und gar nicht mehr auf Deutsch. Kann auch schon passieren mittlerweile.

[00:14:40.550] - Thorsten Otto

Erster Berufswunsch: Du wolltest sowas wie ein weiblicher Karl May werden.

[00:14:44.940] - Christina Teuthorn-Mohr

Das ist mir ein bisschen peinlich.

[00:14:48.170] - Thorsten Otto

Nein, nein, ich fand das total bemerkenswert. Das war das erste, was ich auch gelesen habe: Karl May! Großartig. Winnetou, Old Shatterhand. Und du hast das auch verschlungen?

[00:14:56.970] - Christina Teuthorn-Mohr

Ja, ich habe es total verschlungen, und ich war so fasziniert davon, am Lagerfeuer zu sitzen im Wilden Westen und sich Geschichten zu erzählen und habe da auch Bilder drüber gemalt. Und hatte immer so diese Sehnsucht nach Wildem Westen und dachte: Wie schade, dass man heute nicht mehr in den Wilden Westen kann.

[00:15:11.888] - Thorsten Otto

Hast du ja jetzt.

[00:15:13.130] - Christina Teuthorn-Mohr

Auch mittlerweile ja, ich habe so ein bisschen Wilden Westen.

[00:15:16.580] - Thorsten Otto

Hast du denn auch geschrieben, als Mädchen?

[00:15:18.530] - Christina Teuthorn-Mohr

Ja, ich habe ganz viel geschrieben. Ich habe immer angefangen, Bücher zu schreiben. Ich weiß nicht, wie viele Bücher ich angefangen habe. Aber ich habe es leider nie geschafft, über die ersten beiden Kapitel hinauszukommen. Die hießen dann so "Wild West Girl" oder ...

[00:15:31.460] - Thorsten Otto

Hast du das noch?

[00:15:32.000] - Christina Teuthorn-Mohr

Das habe ich noch, ja. Oder jemand, der sich in  einen Koffer schmuggelt und dann als blinder Passagier eine Weltreise macht - ich habe lauter solche Roman- Anfänge gemacht.

[00:15:43.730] - Thorsten Otto

Du musst mal einen fertig schreiben.

[00:15:45.140] - Christina Teuthorn-Mohr

Ich muss überhaupt mal ein schreiben, genau. Das ist so mein Traum.

[00:15:49.080] - Thorsten Otto

Ehrlich?

[00:15:50.510] - Christina Teuthorn-Mohr

Ja, das ist so ein Traum. Ich habe auch als ich das Haus, also das Häuschen, diese Ruine gekauft habe, war so mein Traum, dass ich gedacht habe: Ach, eines Tages möchte ich ganz gerne mal so eine kleine Eremiten-Klause haben, wo ich dann mal eines Tages in Ruhe mein Buch schreibe. Und da sind wir wieder bei dem "eines Tages in der Zukunft". Aber ich habe gedacht, ich fange mal mit dem Haus an. Aber das Buch ist noch nicht auf den Weg gekommen.

[00:16:13.190] - Thorsten Otto

Hast du da direkt an der Steilküste auf El Hierro auch so eine Bank auf der du da sitzt mit deinem Mann und den Sonnenaufgang oder Untergang anschaust?

[00:16:21.240] - Christina Teuthorn-Mohr

Ja, viele Bänke.

[00:16:23.600] - Thorsten Otto

Echt? Also das ist wirklich, wie man sich so vorstellt. Hast du Bilder, die wir irgendwie auf die Webseite stellen können.

[00:16:30.590] - Christina Teuthorn-Mohr

Ja, könnt ihr machen, aber muss man mal schauen...

[00:16:34.670] - Thorsten Otto

Um noch mehr Leute anzufixen ...

[00:16:34.670] - Christina Teuthorn-Mohr

Aber nicht, dass dann halb Bayern auf einmal auswandert.

[00:16:42.140] - Thorsten Otto

Also wenn du so gerne schreibst und schon als Kind geschrieben hast, warum bist du dann nicht bei der Zeitung gelandet, sondern beim Radio?

[00:16:49.310] - Christina Teuthorn-Mohr

Das ist eine gute Frage. Ich war in der Journalistenschule, und wir haben da eine Sendung gemacht, und die Moderatorin ist krank geworden. Und dann hat der Redakteur, der das betreut hat vom BR, hat dann gemeint: Okay, Christina, du machst das. Und dann wurde ich so auf einmal Moderatorin und habe diese Sendung moderiert, das hat mir sehr viel Spaß gemacht und danach kam das Angebot: Du kannst gerne weiter moderieren, und da bin ich so reingerutscht ins Radio.

[00:17:16.190] - Thorsten Otto

Du hast direkt ein Angebot vom BR gekriegt?

[00:17:18.350] - Christina Teuthorn-Mohr

Ja, also nicht fest, sondern halt ab und an mal zu moderieren.

[00:17:22.520] - Thorsten Otto

Wenn man sich deine Biografie anschaut, und das habe ich ja nur ein bisschen genauer getan, was immer wieder hervorsticht, ich habe es ja auch reingeschrieben: Du springst ins Wasser, weißt gar nicht, ob du es kannst, und dann geht das schon irgendwie. Hast du dieses Urvertrauen in dir, dass du - egal was du probierst - es wird schon klappen? Oder machst du es trotzdem, obwohl du so eine große Zweiflerin bist? Und gerade deshalb?

[00:17:43.670] - Christina Teuthorn-Mohr

Ich würde sagen, dass ich immer mehr Urvertrauen habe. Aber das war so eine lebenslange Entwicklung, dass das gewachsen ist. Und am Anfang war es vielleicht eher eine Überforderung im Tun. Und mittlerweile ist es so ein Vertrauen aufs Sein. Mittlerweile ist es so ein Vertrauen, dass ich da schon geführt und aufgefangen bin. Aber ich habe mich auch oft ganz gut überfordert, würde ich sagen. Ja.

[00:18:03.710] - Thorsten Otto

Und dann?

[00:18:04.590] - Christina Teuthorn-Mohr

Und dann gab es schwierige Momente, also es gab harte Momente dabei.

[00:18:10.670] - Thorsten Otto

Weil du dich wirklich überfordert hattest und dein Körper rebelliert hat und dir gezeigt hat: Das ist jetzt zu viel.

[00:18:16.880] - Christina Teuthorn-Mohr

Ja, es gab eine Situation, wo das ganz massiv passiert ist, und wo ich gedacht habe, wo ich irgendwie in die Falle getappt bin. Ich hätte gedacht, dass es mir nicht passiert, aber es ist mir passiert. Ich habe eine emotional sehr schwierige Zeit gehabt, weil ich ... Mein großer Traum war, eben Mutter zu werden. Und ich war sechs Mal schwanger, und leider haben sich die Schwangerschaften nicht gehalten, und es ging über viele Jahre. Und parallel habe ich im Prinzip diese Finca aufgebaut. Und mein Wunsch nach Leben und diese Liebe zum Leben hat sich im Gestalten dieses Ortes dann ausgedrückt. Das hat mir sehr geholfen. Und dann kam aber so viel zusammen. Unser Haus war vom Abriss bedroht. Auf einmal sind Hubschrauber über uns gekreist, weil wir ein Bau-Vergehen begangen haben, während ich in Deutschland war. Und dann lagen wir abends in dem Schlafzimmer, und du liegst in dem Schlafzimmer und weißt dann: Okay, das ist jetzt vom Abriss bedroht, und du bist ausgewandert und hast all dein Geld, alles, darein investiert. Und das war schon sehr bedrückend, beengend.

[00:19:30.050] - Thorsten Otto

Das war zu viel.

[00:19:30.770] - Christina Teuthorn-Mohr

Das war zu viel. Und gleichzeitig bin ich auch immer gependelt zwischen Deutschland und den Kanaren, um das aufbauen zu können, weil ich hatte kein Geld. Also ich habe einfach dieses Grundstück erworben, mir das Geld geliehen und habe dann immer viel in Deutschland gearbeitet und bin immer hin und her gependelt. Und diese Mischung aus: Dieser Schmerz über die Trauer, über die missglückten Schwangerschaften, dann dieses viele Tun, dann diese existenzielle Belastung, dass alles auf dem Spiel steht, in einer existenziellen Situation auch, das war einfach irgendwann zu viel, und ich bin richtig zusammengeklappt.

[00:20:03.200] - Thorsten Otto

Es ist Gott sei Dank lange her. Du hast das überwunden, du bist gesund, und es ist im höchsten Maße erstaunlich, so wie du jetzt heute hier sitzt und mir von diesem Paradies erzählst. Wenn dir das damals jemand gesagt hätte, dass du in drei Jahren hier so sitzen wirst und sagen wirst: Du bist glücklich?

[00:20:17.750] - Christina Teuthorn-Mohr

Ja, du kannst ja nicht in die Zukunft gucken. Aber das Geschenk in dieser dunklen Zeit war eben, dass ich im Prinzip - wir haben ja über diesen Wesenskern und über die Essenz gesprochen - und das war auch das Geschenk dieser dunklen Zeit, dass ich noch mal auf einer Spirale - ich sage das ganz gerne, dass man sich seine Themen immer noch mal auf einer anderen Ebene anschauen darf. Und ich bin noch mal so tiefer auch mit ganz alten Sachen in Verbindung gekommen.

[00:20:40.710] - Thorsten Otto

Trotzdem, was du erlebt hast, kann sich ja keiner wünschen.

[00:20:42.960] - Christina Teuthorn-Mohr

Nein, wünschen nicht. Aber es war halt mein Weg. Es ist halt das Leben, was passiert ist.

[00:20:48.080] - Thorsten Otto

Der Weg ist nicht immer leicht.

[00:20:48.740] - Christina Teuthorn-Mohr

Nee, der ist nicht immer leicht.

[00:20:50.500] - Thorsten Otto

Gut, dass man auch nicht alles weiß.

[00:20:52.340] - Christina Teuthorn-Mohr

Gut, dass man es nicht weiß. Und gleichzeitig ohne diese Tiefe hätte ich auch nicht diese Glücklichkeit. Es ist ja nichts aufgesetztes, wo man so reinschwebt, und dann ist alles Friede, Freude, Eierkuchen, sondern es ist wie so einmal durch diese dunkle Nacht durchgegangen zu sein. Und dadurch ist es auch viel nachhaltiger. Also es ist jetzt wirklich runter gesackt, und es ist wirklich da, dieses Gefühl.

[00:21:12.350] - Thorsten Otto

Und du hast viel erreicht, in jeder Hinsicht.

[00:21:15.230] - Christina Teuthorn-Mohr

Ja

[00:21:16.010] - Thorsten Otto

Zufrieden zu sein, angekommen zu sein, mehr kann man ja nicht erreichen im Leben. Und das dann auch noch anderen Menschen weiterzugeben im Coaching.

[00:21:23.210] - Christina Teuthorn-Mohr

Es ist sehr, sehr schön. Und du bist in diesem Paradies, und dann kommt eben so aus mir heraus, wie ich ticke, kommt eben wirklich dieser Wunsch, das, was ich habe, das, was ich weiß, auch anderen zur Verfügung zu stellen. Und das ist eben bei mir, in meiner Geschichte eben auch ganz stark dieser Wunsch - nach meiner schwarzen Zeit, dieser Dunkelheit - ist es eben auch, Frauen zu unterstützen, ihre einzigartigen Ideen, ihre Projekte, das in die Welt zu bringen, was sie sich vielleicht noch nicht trauen. Und auch eben mithilfe der Kommunikation: Nach Innen zu kommunizieren, aber eben auch nach Außen zu kommunizieren. Ja, ich bin eben Kommunikationsprofi durch und durch, wie wie du auch, als Journalistin. Und das ist alles gelernt, Moderatorin.

[00:22:07.940] - Thorsten Otto

Aber du kannst ja noch was anderes. Du kannst Bäume pflanzen. Du kannst auch Früchte anbauen. Und ich sitze hier. Aber ich mache das ja auch gerne.

[00:22:18.500] - Christina Teuthorn-Mohr

Was wartet denn bei dir noch, welcher große Wunsch?

[00:22:20.750] - Thorsten Otto

Ach du, ich bin zufrieden, zurzeit muss nicht so viel passieren, das war viel in letzter Zeit. Aber ich meine, bei dir hätte es auch ganz anders kommen können. Du warst ja nun eine renommierte Journalistin hier beim BR, du bist preisgekrönt. Es lief richtig gut. Wann hast du denn für dich erkannt: Trotzdem, das kann es alles nicht sein oder noch nicht sein?

[00:22:37.550] - Christina Teuthorn-Mohr

Das habe ich erkannt in dem Moment, wo ich ... Mein Traum war, immer Korrespondentin zu werden. Und ich habe dann, als ich in der Politik-Redaktion angefangen habe, habe ich Korrespondenten-Vertretung gemacht und habe dann eben mitbekommen, was es eigentlich ganz konkret heißt, diese Arbeit. Und es ist sehr viel, dass du am Computer sitzt, im Studio sitzt und Informations-Bruchstücke wieder neu aneinander reihst unter einem ganz hohen Zeitdruck. Und es war, mir hat da einfach was gefehlt. Ich habe diese Sehnsucht gehört, diesen Wunsch in mir eben auf eine andere Weise zu leben. Als Journalistin habe ich immer versucht, eine Art von Journalismus zu machen, der über tolle Projekte berichtet, über ja, wie Menschen den Unterschied machen, Menschen was Gutes tun. Und ich habe mal, eines Tages, Rupert Neudeck interviewt, den Begründer der Grünhelme, der einfach selber zum Aktivist geworden ist. Da ist einfach sehr viel in Resonanz gegangen, dass ich gemerkt habe, ich möchte nicht nur drüber reden, Informationen recyceln.

[00:23:36.920] - Thorsten Otto

Du möchtest selber was machen, du möchtest einen Unterschied machen.

[00:23:40.130] - Christina Teuthorn-Mohr

Genau, ich möchte wirklich was tun und auch verkörpern, und wirklich auf die Erde bringen.

[00:23:45.050] - Thorsten Otto

Aber hast du dann durch Zufall dieses Grundstück da auf der Kanaren-Insel auf El Hierro entdeckt und in dem Moment gewusst, das wird mein Platz sein für die Zukunft?

[00:23:53.090] - Christina Teuthorn-Mohr

Mir wurde mal - da war ich auch in einer Krise - also die Krisen sind oft sehr große Schlüsselmomente: Da war ich gerade in der Trennung von meinem ersten Mann, da war ich im Urlaub auf dieser Insel, und da wurde mir das Grundstück angeboten. Und ich habe eben damals gedacht: Wow, das wäre toll, so zu leben.

[00:24:08.960] - Thorsten Otto

Aber wieso wurde dir das Grundstück angeboten? Sahst du aus wie die reiche Frau aus good old Germany, die jetzt hier mal ein Grundstück kaufen kann?

[00:24:18.290] - Christina Teuthorn-Mohr

Nee, das Grundstück wurde mir angeboten, weil ich einen Insel-Musiker kennengelernt habe und gleichzeitig Flüchtlinge ankamen auf der Insel, und ich als Journalistin über diese Flüchtlinge berichtet habe. Und der Musiker hat mich da hingefahren, und der hatte zufällig ein Grundstück, und der hat mir dann dieses Grundstück noch gezeigt, nachdem ich eben mit den Flüchtlingen gesprochen habe. Und ja, es war damals für mich nicht erschwinglich.

[00:24:38.910] - Thorsten Otto

Weißt du wie diese Geschichte klingt? Wie aus so einer Rosamunde Pilcher Verfilmung

[00:24:44.050] - Christina Teuthorn-Mohr

Mein Leben hat ein paar solche Geschichten.

[00:24:46.770] - Thorsten Otto

Dieser Musiker zeigt mir sein Grundstück...

[00:24:50.720] - Christina Teuthorn-Mohr

Also man könnte wirklich einen Film machen, das hab ich mir schon bei der Vorbereitung gedacht. Wir haben ein langes Vorgespräch geführt, und es kamen irgendwie einige so Geschichten dabei raus. Es ist so, das ist jetzt nicht ausgedacht.

[00:25:01.070] - Thorsten Otto

Ich glaub dir das. Stimmt es, dass du dann dieses Grundstück auch per Handschlag gekauft hast?

[00:25:06.190] - Christina Teuthorn-Mohr

Ja, habe ich, aber erst später. Ich bin erst zurück in den BR, habe brav meine Arbeit gemacht, aber es hat halt immer in mir die Stimme gefragt: Was wäre denn, wenn du es doch tun würdest? Und wenn du nicht wartest bis irgendwann, sondern du machst es einfach jetzt! Und dann bin ich eben hingefahren, habe eine Sendung gemacht über diese Insel, die so eine Ökoinsel ist, aber habe eigentlich auch schauen wollen, ob das Grundstück noch da ist. Und es war noch da, und es war billiger geworden. Mein Mann ist Surfer, und auf El Hierro kann man nicht gut surfen, und ich wusste, mein Mann will da nicht hin. Und dann habe ich gedacht: Okay, ich mache das jetzt einfach so für mich, für meine Freude, und habe dann meinen Mann angerufen und hab dann gesagt: "Du Schatz, ich glaube, ich habe da ein Grundstück gekauft".

[00:25:50.150] - Thorsten Otto

Wie hat dein Mann reagiert?

[00:25:52.220] - Christina Teuthorn-Mohr

Gelacht und ja, ich glaube, er hatte damit schon irgendwie gerechnet. Und ich habe ihn aber da rausgelassen. Ich habe gesagt: Ich mach es einfach für mich. Ich will keine Verpflichtung an dich. Wir müssen auch nicht hingehen, gar nichts. Ich braucht es einfach so für mich.

[00:26:04.350] - Thorsten Otto

Wir müssen nicht hingehen, Hauptsache es ist da?

[00:26:08.750] - Christina Teuthorn-Mohr

Hauptsache ich hab das mal so für mich. Ich brauchte das so für meine eigene Beruhigung. Und dann ist ihm, als er das erste Mal mitgekommen ist, da ist ihm wirklich so der Kiefer runter geklappt.

[00:26:17.420] - Thorsten Otto

Noch mal: Steilküste. Was hast du gesagt - 180 Grad Meerblick? Paradiesischer Garten.

[00:26:23.420] - Christina Teuthorn-Mohr

Ja. Dann haben wir so wilde Vögel, die da in Lava-Höhlen leben. Wie so Micky Mäuse singen die in der Nacht, das ist ganz lustig, so "Njakanjakanja" ... So Vögel, die sind vom Aussterben bedroht, die nisten da. Man sieht Wale übrigens im Meer.

[00:26:38.540] - Thorsten Otto

Bitte?

[00:26:38.540] - Christina Teuthorn-Mohr

Ja klar. Also es ist wirklich schön. Auf jeden Fall kam er da hin, und diese Natur, die sah so aus wie eine Landschaft aus seinen Träumen. Und dann war er einfach völlig fertig. Nur die Welle war nicht da, die Surf-Welle.

[00:26:50.940] - Thorsten Otto

Wie macht er das jetzt? Ihr lebt doch jetzt dort, oder?

[00:26:53.010] - Christina Teuthorn-Mohr

Ja, es war ein Prozess, dass daraus dann was gemeinsames draus geworden ist, dass er wirklich mit eingestiegen ist, dass es wirklich ein gemeinsames Projekt geworden ist, weil ich einfach so voran geprescht bin. Und er hat mittlerweile das Freitauchen für sich entdeckt, das Apnoe-Tauchen.

[00:27:12.240] - Thorsten Otto

Und das kann man da machen?

[00:27:13.260] - Christina Teuthorn-Mohr

Das kann man da wundervoll machen, weil die Insel dadurch, dass sie eben so ein Welt-Biosphärenreservat ist, hat ja auch eine spektakuläre Unterwasser-Landschaft. Und kurz, nachdem ich das Grundstück gekauft habe, ist ein Vulkan ausgebrochen auf der Insel.

[00:27:24.240] - Thorsten Otto

Hast du das mitgekriegt?

[00:27:25.110] - Christina Teuthorn-Mohr

Habe ich mitbekommen, ja. Und dieser Vulkanausbruch, der hat dafür gesorgt, dass unter Wasser mehr Plankton im Wasser ist und mehr Lebens-Vielfalt eben auch im Wasser entstanden ist. Und das ist ein wunderwunderschöner Tauchplatz dort. Und er hat jetzt seine Tauchschule und coacht auch Manager, die lernen wollen, wie sie über das Atmen auch sich in sich selber mehr fokussieren können, konzentrieren können, zur Stille und zur Ruhe kommen können.

[00:27:53.490] - Thorsten Otto

Das Problem an der ganzen Sache ist, dass du jetzt hier sitzt, dass ihr euch nicht mehr retten werdet können vor Besuchern dort, da bin ich mir fast sicher. Alle werden jetzt schauen, dass sie nach El Hierro kommen, auf das Grundstück von der Christina. Ist das schwer zu finden?

[00:28:11.690] - Christina Teuthorn-Mohr

Ja, es ist schwer zu finden.

[00:28:13.400] - Thorsten Otto

So klein ist es dann doch wieder nicht dort. Kennen die Menschen dich dort, wenn jemand nach Christina aus Deutschland fragt?

[00:28:19.470] - Christina Teuthorn-Mohr

Ja, die kennen mich schon, und die kennen mich auch so an der Post. Die rufen mich dann an, wenn irgendwas für mich da ist. Die Menschen kennen uns schon. Aber das Schöne ist ja, dass wir online arbeiten, dass ich auch online arbeite und man muss nicht unbedingt zu mir kommen, um die Qualität zu spüren. Und es geht auch sehr, sehr schön offline. Ich habe jetzt gerade die Woche zum ersten Mal Klientinnen von mir getroffen, die habe ich nie gesehen, und es war ganz herrlich, die mal real zu sehen.

[00:28:47.200] - Thorsten Otto

Ich glaube, es ist zu spät jetzt Christina. Ich gucke mal kurz in die Regie: Kathrin, jetzt hat sie sich um Kopf und Kragen geredet. Aber wenn es halt so schön ist.

[00:28:56.250] - Christina Teuthorn-Mohr

Aber um es mal ganz klar zu sagen: Wir vermieten jetzt keine Ferienhäuser oder sowas. Ich öffne diesen Ort für ausgewählte Klienten.

[00:29:03.860]

Aber es gibt Hotels und Pensionen dort auf der Insel.

[00:29:06.540] - Christina Teuthorn-Mohr

Genau. Aber ich bin kein Open Air Bauernhof, den man ständig besuchen kann.

[00:29:11.400] - Thorsten Otto

Ich hoffe ganz schwer auf ein Angebot von der Fremdenverkehrs-Direktion El Hierro an mich oder zumindest Provision. Kathrin oder würden wir nehmen? Dürfen wir das nehmen als BR-Mitarbeiter? Dürfen wir oder? Nein, dürfen wir nicht.

[00:29:25.170] - Christina Teuthorn-Mohr

Ich glaube nicht. Die Anreise ist halt ein bisschen beschwerlich, das schützt die Insel. Man kann viel darüber reden.

[00:29:32.053] - Thorsten Otto

Warum?

[00:29:32.440] - Christina Teuthorn-Mohr

Na ja ..

[00:29:32.670] - Thorsten Otto

Du fliegst nach?

[00:29:33.780] - Christina Teuthorn-Mohr

Nach Teneriffa oder Gran Canaria und dann noch mal eben weiter auf diese kleinste Insel.

[00:29:40.410] - Thorsten Otto

Mit dem Boot oder muss man das schwimmen?

[00:29:42.330] - Christina Teuthorn-Mohr

Oder mit dem Flugzeug - schwimmen ist ein bisschen weit.

[00:29:44.190] - Thorsten Otto

Wie weit ist das?

[00:29:45.420] - Christina Teuthorn-Mohr

Frag mich nicht, ganz schön weit. Also drei Stunden mit dem Schiff.

[00:29:48.660] - Thorsten Otto

Dann doch zu weit für mich, wird mir schlecht.

[00:29:53.250] - Christina Teuthorn-Mohr

Segelboot wäre besser oder kleines Flugzeug.

[00:29:57.450] - Thorsten Otto

Christina, wie geht es jetzt weiter mit dir? Also wirst du die Zelte, die Verbindung zum BR, irgendwann komplett kappen? Oder wirst du immer so drei-gleisig fahren, dass du sagst: Journalistin, Coach und Bio-Bäuerin, das gehört zusammen.

[00:30:08.130] - Christina Teuthorn-Mohr

Es gehört zusammen. Ich habe nur noch keinen guten Namen dafür gefunden, wie man das Ganze nennen kann. Also was ich total genieße, sind die Beziehungen, die sich ergeben, dass was entsteht, und es ist wirklich ein Vertrauen darauf, was sich ergibt. Also keine Ahnung, was sich ergibt jetzt aus diesem Interview, was weiß ich.

[00:30:24.900] - Thorsten Otto

Wer weiß das schon?

[00:30:26.130] - Christina Teuthorn-Mohr

Keine Ahnung.

[00:30:26.760] - Thorsten Otto

Nur Positives. Christina Ich bedanke mich bei dir für das Gespräch.

[00:30:31.260] - Christina Teuthorn-Mohr

Sehr, sehr gerne.

[00:30:31.890] - Thorsten Otto

Ich wünsche dir alles Gute, bleib gesund.

[00:30:32.970] - Christina Teuthorn-Mohr

War mir eine große Freude.

[00:30:33.940] - Thorsten Otto

Und mir erst. Und Du machst wirklich einen total zufriedenen, glücklichen Eindruck. Das ist schön zu sehen. Danke dir!

[00:30:40.260] - Christina Teuthorn-Mohr

Danke dir!

[00:30:41.490] - Bayern 1 Jingle

Die blaue Couch der Bayern 1 Tag als Podcast natürlich auch im Radio. Bis Donnerstag ab 19 Uhr.

Intensiv-Coaching mit Christina Teuthorn-Mohr:
Auf El Hierro und Online

Die Sendung hat Dich angesprochen, und Du interessierst Dich für ein Coaching bei mir auf El Hierro oder virtuell per Zoom-Call? Dann lass uns sehr gerne unverbindlich miteinander sprechen und herausfinden, ob und wie eine Zusammenarbeit aussehen kann.

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Gratis Gespräch Christina Teuthorn-Mohr

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